Agrofinanz Kleve muss Palmöl-Investitionen rückabwickeln

Es klang so schön: 9 Prozent Ausschüttungen im Jahr mit Pflanzen. Alles ökologisch, nachhaltig, grün und trotzdem lukrativ. Und auch noch alles vom TÜV Rheinland zertifiziert! Doch dann betrat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Spielverderber die Bühne und untersagte den weiteren Geschäftsbetrieb, denn: nur Banken dürfen Bankgeschäfte machen. So ist das nun mal – und aus gutem Grund. Dagegen ging die Agrofinanz vor und unterlag jetzt vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht. Zwar ist der Bescheid der BaFin noch nicht rechtskräftig, aber wenn man die Informationspolitik der Agrofinanz GmbH auf ihrer Seite im Internet betrachtet, dann scheint sie zu ihrer Verteidigung nicht viel vorzubringen. Dort findet sich nämlich kein einziges Wort zu den Vorgängen. Eine terminierte Suche bei Google zeigt, dass zwischen dem 8. September 2015 und dem 21. Dezember 2015 keinerlei Veränderungen auf der Seite www.agrofinanz.de vorgenommen wurden. Das lässt Schlimmes befürchten.

Den Anlegern der Agrofinanz GmbH sei dringend geraten, jetzt ihr Kapital mit kurzer Frist zurück zu fordern. Sollte Agrofinanz in Verzug geraten, so sollte außerdem unverzüglich ein Insolvenzantrag gestellt werden, denn letztlich ist ein Ende mit Schrecken der Alternative vorzuziehen.

Wenn ich zudem lese, was Anlegern von anderer Stelle sonst noch so geraten wird, muss ich eindringlich zur Vorsicht mahnen. Alle Ansprüche, die gegen die beteiligten Gesellschaften geltend gemacht werden können – Prospekthaftung, Falschberatung etc. – werden wertlos, wenn diese insolvent werden. Und das ist kein fernliegendes Szenario. Möglicherweise kann man sich an die handelnden Personen wie Vorstände, Geschäftsführer etc. direkt halten. Das muss aber erst aufgeklärt werden, wofür sich ein mögliches Strafverfahren anbieten würde. Ob es dazu kommt, werden wir sehen.

Ich rate deshalb dazu, zunächst einmal die Investition von Agrofinanz zurück zu fordern. Erst wenn das Geld nicht kommt, entsteht Ihnen ein Schaden. Und sollte das tatsächlich eintreten, was nicht unwahrscheinlich ist, dann erst gehen Sie mit diesem Schaden zum Anwalt.