Unsere Gegenanträge für die Gläubigerversammlung in Sachen Singulus Technologies AG am 15.2.2016

Im Namen unseres Mandanten Herrn Thomas Schmiegel haben wir gegenüber der Singulus Technologies AG angekündigt zu beantragen, dass der Punkt 3 (die Umwandlung der Anleihe in Erwerbsrechte) von der Tagesordnung genommen wird. Wir haben weiter angekündigt zu beantragen, dass die Punkte 4-13 von der Tagesordnung genommen werden, wenn Punkt 3 nicht beschlossen wird. Es gibt unseres Erachtens außerhalb der geplanten Restrukturierung keinen Grund, dass Gläubiger auf ihre Rechte verzichten.

Kurz zur Erklärung:

Am 15. Februar 2016 findet in Sachen Singulus die nächste Gläubigerversammlung statt. Gegenstand der Beschlussfassung ist ein Restrukturierungskonzept, das wie folgt aussieht:

80 % des Nominlabetrags der Anleihe werden umgewandelt in Rechte zum Erwerb von Aktien
20 % des Nominalbetrags der Anleihe werden umgewandelt in Rechte zum Erwerb einer neuen besicherten Anleihe.

Sofern das Restruktierungskonzept auf der Gläubigerversammlung nicht beschlossen wird, ist in Kürze mit der Insolvenz des Unternehmens zu rechnen. Die zu erwartende Insolvenzquote beläuft sich nach Angaben der Emittentin auf 20 %. Bitte lesen Sie zu den Beschlussvorschlägen auch unsere Stellungnahme auf dieser Seite vom 6. Januar 2016.

Wir sind grundsätzlich dafür, ein Restrukturierungskonzept zu unterstützen, wenn die Anleihegläubiger bei einer Restrukturierung jedenfalls nicht schlechter gestellt werden als im Falle der Insolvenz. Sofern die Insolvenzquote sich tatsächlich auf 20 % beläuft und die neue Anleihe tatsächlich werthaltig besichert wird, würden wir darum dem Konzept zustimmen wollen. Aber wie so häufig bei der Singulus Technologies AG fehlen leider für die Anleihegläubiger wesentliche Informationen. Die Emittentin gibt das Gutachten zur Berechnung der Insolvenzquote nicht heraus, die Quote lässt sich also nicht überprüfen. Noch schlimmer finden wir allerdings, dass weiterhin nicht feststeht, wie die konkrete Sicherheit aussieht. In § 3 der Anleihebedingungen für die Neue Besicherte Anleihe sind lediglich Kriterien wiedergegeben, anhand derer die konkrete Besicherung im Nachhinein verhandelt werden soll. Das reicht als Abstimmungsgrundlage nicht aus! Die Anleihegläubiger müssen in die Lage versetzt werden, sich selbst ein Bild darüber zu machen, ob sie die Sicherheit tatsächlich für werthaltig halten oder nicht. So besteht z. B. die Befürchtung, dass Technologien im Zusammenhang mit Blue-Ray-Produkten als Sicherheit gestellt werden, für die es keinen Markt mehr gibt. Unseres Erachtens muss zunächst das Konzept endverhandelt werden, insbesondere die konkrete Besicherung für die neue Anleihe geklärt werden, und erst dann kann darüber abgestimmt werden. Die jetzige Abstimmung ist eine Abstimmung ins Blaue hinein und dagegen wollen wir uns wehren.

Sofern auch Sie Anleihegläubiger sind, nehmen Sie bitte an der Gläubigerversammlung am 15. Februar 2016 teil und lassen Sie Ihr Stimmrecht nicht verfallen. Gern vertreten wir Sie auch kostenlos auf der Versammlung. Die Anmeldung muss bis spätestens zum 12. Februar 2016 gegenüber der HCE Haubrok erfolgen.

Bitte beachten Sie: Auch wenn Sie Ihre Anleihe gekündigt haben sollten, Ihre Forderung auf Rückzahlung des Nomainalbetrages aber noch nicht erfüllt ist, sind Sie stimmberechtigt. Die Emittentin hat unter anderem vorgeschlagen, den gemeinsamen Vertreter zu bevollmächtigen und zu ermächtigen, bereits (wirksam) erklärte Kündigungen von Anleihegläubigern zurückzunehmen. Sie sollten unbedingt dagegen stimmen. Wir haben gegenüber der Singulus bereits den Gegenantrag angekündigt, auch den diesbezüglichen Punkt 8 d) von der Tagesordnung zu nehmen. Eine solche Ermächtigung ist unseres Erachtens unwirksam und zudem finden wir, dass sie nicht im Sinne der Anleihegläubiger ist.