Wie geht es weiter mit German Pellets?

Ende Februar mussten vier weitere German Pellets Gesellschaften des Konzerns Insolvenzanträge stellen. Für die German Pellets Genussrechte GmbH, die German Pellets Beteiligungs GmbH, die German Pellets Supply GmbH & Co. KG und die German Pellets Sachsen GmbH wurden die bereits bei der German Pellets bestellte Rechtsanwältin Bettina Schmudde bzw. Rechtsanwalt Dr. Sven-Holger Undritz als vorläufige Insolvenzverwalter bestellt.

Gläubiger der German Pellets GmbH können sich auf der Internetseite german-pellets.insolvenz-solution.de registrieren. Es handelt sich um ein Informationsportal der vorläufigen Insolvenzverwalter. Obwohl bereits umfangreiche Eintragungen erforderlich sind, ersetzt die Registrierung nicht die Anmeldung der Forderung im eröffneten Insolvenzverfahren! Es ist davon auszugehen, dass Sie nach der Registrierung zeitnah Informationen erhalten werden. Aber auch hier auf Achtung Anleihe! werden Sie weiterhin über alle wichtigen Ereignisse informiert werden.

Die vorläufige Insolvenzverwalterin konnte sich in den letzten Wochen einen Überblick über das Unternehmen verschaffen und die eingestellte Produktion von Holzpellets in Wismar wurde wieder aufgenommen. Die vorläufige Fortführung des Betriebes ist sicher erst einmal auch im Sinne der Anleger. Dennoch sollten sich die Anleger auf einen erheblichen Ausfall bis hin zum Totalverlust einstellen.

Die Zahlen der German Pellets sind besorgniserregend:

Die von German Pellets in Höhe von 155 Mio. Euro an die Eigentümer der US-Pelletswerke ausgegeben unbesicherten Darlehen können wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden. Darüber hinaus droht ihr die Inanspruchnahme aufgrund von abgegebenen Garantien gegenüber den amerikanischen Anlegern in Höhe von ca. 30 Mio. Euro. Die von der German Pellets GmbH bzw. ihren Tochterunternehmen ausgegebenen Darlehen (wie beispielsweise an die KAGO Wärmesysteme GmbH, die ebenfalls insolvent ist), führt zu einem wahrscheinlichen Ausfall in Höhe von weiteren 27,8 Mio. Euro. Es ist kaum zu erwarten, dass die Anleihegläubiger eine nennenswerte Quote aus dem Insolvenzverfahren erhalten. Für die Genussscheininhaber ist sogar ein Totalausfall das wahrscheinlichste Szenario.

Droht konkret ein Ausfall der Forderung stellt sich die Frage, ob Schadensersatzansprüche gegen Dritte bestehen. Diese Frage ist im konkreten Fall durchaus berechtigt.

Noch im November 2015 wurden Genussscheine herausgegeben. Zu diesem Zeitpunkt konnten schon keine Anleihen mehr emittiert werden, da dies vermutlich zu einer Überschuldung geführt hätte. Stattdessen konnten die Genussscheine als Eigenkapital bilanziert werden. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits erhebliche Gelder ungesichert an Firmen der Familie Leibold weitergereicht worden. Durch diesen kosmetischen Bilanztrick wurde das Eigenkapital gestärkt und die Genussrechteinhaber in eine ungesicherte Forderung getrieben.

Wir prüfen, inwieweit potente Anspruchsgegner für eine Schadenersatzklage in Frage kommen. Neben der rechtlichen Erfolgsprognose ist hierbei auch die Bonität der Beklagten im Auge zu behalten, damit eine erfolgreiche Klage nicht wirtschaftlich erfolglos bleibt.

Wenn Sie über die Möglichkeit einer Klage informiert werden wollen, setzten Sie sich bitte unverbindlich mit uns in Verbindung, z.B. über das nebenstehende Kontaktformular oder telefonisch unter 030/ 327 6170.