Zweite Anleihegläubigerversammlung der Beate Uhse AG am 6. Juli 2016

Wie erwartet war die gestrige erste Anleihegläubigerversammlung der der Beate Uhse-Anleihe (ISIN: A12T1W) nicht beschlussfähig. Das erforderliche Quorum von 50 Prozent des ausstehenden Anleihenennbetrags wurde nicht erreicht. Lediglich Anleihegläubiger, die Schuldverschreibungen in Höhe von 12,52 Prozent der ausstehenden Anleihen mit einem Gesamtnennwert von 30.000.000 Euro vertraten, nahmen an der Abstimmung teil.

Die zweite Anleihegläubigerversammlung wird nun am 6. Juli 2016 stattfinden, wie das Unternehmen heute mitteilte. Für diese zweite Anleihegläubigerversammlung ist eine geringere Präsenzquote erforderlich: Hier liegt das Quorum bei lediglich 25 Prozent damit Beschlüsse gefasst werden können, welche die Anleihebedingungen ändern. Dies ist im Zusammenhang mit der durch die Schuldnerin vorgeschlagenen Unternehmenssanierung erforderlich. Die Beate Uhse AG kündigte an, die Einladung zur zweiten Versammlung am 10. Juni 2016 im Bundesanzeiger und auf der Internetseite des Unternehmens zu veröffentlichen.

Vorlage des Sanierungsgutachtens der Beate Uhse AG bis 26. Juni 2016

Breits vor der geplanten zweiten Gläubigerversammlung, namentlich bis zum 26. Juni 2016, will das Unternehmen das Sanierungsgutachten von Ernst & Young nach IDW S6 seinen Anleihegläubigern zur Verfügung stellen. Das Gutachten soll darüber Auskunft geben, wie es um die generelle Sanierungsfähigkeit der Beate Uhse AG bestellt ist. Zudem soll es die geplante operative und finanzielle Restrukturierung des Unternehmens beurteilen.

Gegenanträge zur Tagesordnung der Anleihegläubigerversammlung

Bei der zweiten Gläubigerversammlung wird neben den bereits bekannten und von der Schuldnerin veröffentlichten Tagesordnungspunkten außerdem über die eingegangenen Ergänzungs- und Gegenanträge entschieden werden. So wurde als Alternative vorgeschlagen, lediglich einen gemeinsamen Vertreter zu wählen, jedoch ohne ihn mit sehr weitreichender Bevollmächtigung auszustatten. Außerdem sollen die am 9. Juli 2016 fällig werdenden Zinsen nicht, wie vom Unternehmen gefordert, bis zum 31. März 2017 gestundet werden. Stattdessen soll die Stundung nur kurzfristig bis zum Ablauf des Julis erfolgen, in Verbindung mit einem vorübergehenden Verzicht auf Kündigungsrechte für den gleichen Zeitraum. Dies greife allerdings nur, sofern die Emittentin die Auflage erfülle, allen Gläubigern bis zum 20. Juni 2016 vollumfänglich Auskunft über ihre derzeitige tatsächliche Ertrags- und Liquiditätssituation und die ihrer Tochtergesellschaften zu geben.

Hier dürfte insbesondere interessant sein nachzuvollziehen, wie sich die wirtschaftliche Situation der Beate Uhse AG innerhalb von nur sechs Wochen nach Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2015 am 31. März 2016, der noch eine positiv ausfallende Prognose durch die Wirtschaftsprüfer enthielt, derart verschlechtern konnte, dass nun zur Abwendung einer Insolvenz sowohl die bald fälligen Zinsen gestundet, der Zinskupon gekürzt als auch die Laufzeit um ganze fünf (!) Jahre verlängert werden sollen.

Sollte sich dabei zeigen, dass die Beate Uhse AG tatsächlich auf eine umfassende Restrukturierung angewiesen ist, um ihre Insolvenz zu verhindern, werde der gemeinsame Vertreter damit betraut, gemeinsam mit der Schuldnerin, dem Großaktionär Gerard Cok und den größten Anleihehaltern ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. Dieses müssen dann jedoch auch die Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Gruppe der Aktionäre in die Verantwortung nehmen und nicht allein von den Anleihegläubigern getragen werden. Letzteren sollte zudem, als Ausgleich für ihre möglichen Verzichte, durch den Sanierungsplan ein gesichertes Wertaufholungspotenzial geboten werden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gläubigerversammlung der Beate Uhse-Anleihegläubiger entscheiden wird.