2. Gläubigerversammlung der Singulus Technologies AG

Am 29. Oktober 2015 fand die 2. Gläubigerversammlung der Singulus Technologies AG statt, nachdem die 1. Gläubigerversammlung am 8. Oktober nicht beschlussfähig war, weil zu wenig Schuldverschreibungen vertreten waren (50 % wären nötig gewesen).

Abgestimmt werden sollte über die Anträge der Emittentin zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters sowie über Kündigungsverzichte und die Übertragung wichtiger Rechte der Anleihegläubiger auf diesen zu wählenden gemeinsamen Vertreter.

Insbesondere sollte er nach dem Willen der Emittentin ausschließlich berechtigt sein, für alle Anleihegläubiger die Anleihen zu kündigen. Die Anleihegläubiger hingegen sollten ihr Kündigungsrecht nicht mehr selbst ausüben dürfen. (Tagesordnungspunkte 4-6 und 9) Wir hatten uns schon früh zu diesen Anträgen der Emittentin positioniert und klargestellt, dass wir ausdrücklich dagegen stimmen werden, dass Anleihegläubiger auf ihre Rechte verzichten sollen bzw. diese übertragen sollen. Mehr dazu hier: Erst entrechten, dann sanieren. Wir sehen darin eine Entmündigung der Anleihegläubiger, gegen die wir uns im Namen unserer Mandanten wehren.

Um dem Nachdruck zu verleihen, haben wir auf der 2. Gläubigerversammlung im Namen eines unserer Mandanten den Gegenantrag gestellt, dass die entsprechenden Punkte 4-6 und 9 von der Tagesordnung genommen werden und darüber nicht abgestimmt wird.

Den gemeinsamen Vertreter betreffend, haben wir beantragt, ihn zu ermächtigen, ein Restrukturierungskonzept unter angemessener Berücksichtigung der Interessen der Anleihegläubiger zu verhandeln und dieses dann der Gläubigerversammlung zur Abstimmung zu stellen. Nur so behalten die Anleger Kontrolle über das Verfahren.

Tatsächlich konnte die Gläubigerversammlung über die entscheidenden Tagesordnungspunkte 4-6 und 9 gar nicht abstimmen, weil sie wider Erwarten auch gestern nicht vollständig beschlussfähig war. Für diese Beschlüsse wäre eine Präsenz von 25 % der Schuldverschreibungen auf der Versammlung erforderlich gewesen, tatsächlich waren aber weniger als 15 % vertreten. Das führte aus unserer Sicht zu dem erfreulichen Ergebnis, dass die von der Emittentin geplante Entrechtung der Anleihegläubiger nicht beschlossen werden konnte.

Abgestimmt wurde daher im Wesentlichen nur über die Wahl eines gemeinsamen Vertreters.

Der Beschlussvorschlag wurde wie von uns beantragt formuliert: Der gemeinsame Vertreter ist ermächtigt, ein Restrukturierungskonzept zu verhandeln, muss es aber den Anleihegläubigern zur Genehmigung vorstellen.

Gemeinsamer Vertreter wurde die One Square Adivsory Services GmbH.

Mit dem Ergebnis der Versammlung sind wir daher sehr zufrieden: Es ist ein gemeinsamer Vertreter gewählt worden, der nunmehr im Interesse der Gläubiger mit der Emittentin über die Restrukturierung des Unternehmens verhandeln muss. Die Gläubiger behalten aber alle ihre Rechte. Hierzu zählt insbesondere das Recht zur Kündigung der Anleihe.

Weniger erfreulich war allerdings, dass leider davon auszugehen ist, dass die Singulus Technologies AG spätestens in einem Jahr insolvent sein wird. Die Liquidität reicht nach Angaben des Finanzvorstands zwar noch aus, um die Zinsen zu zahlen, die im nächsten Jahr fällig werden. Die Rückzahlung der Nennbeträge der Anleihen in 2017 wird der Singulus allerdings nicht möglich sein.

Wir gehen davon aus, dass eine weitere Gläubigerversammlung stattfinden wird, in der den Anleihegläubigern das Restrukturierungskonzept vorgestellt wird. Wenn Sie das wünschen, können Sie sich gern unverbindlich bei uns registrieren lassen und Sie werden dann von uns rechtzeitig informiert, wenn die nächste Gläubigerversammlung ansteht.

Schreiben Sie bitte eine Mail an :

Breier-Struss@ssma.de

Die vollständigen Kommunikationsdaten finden Sie hier in der pdf-Version des Berichts: Bericht 2. GV.